SCHÜLERAUSTAUSCH UND INTERKULTURELLES LERNEN:Die Fortsetzung des Unterrichts mit anderen Mitteln?Das Erlernen einer Fremdsprache im allgemeinen und des Französischen im besonderen ist nicht reiner Selbstzweck, sondern beinhaltet immer auch die Begegnung mit der Kultur, welche sich in dieser Sprache ausdrückt. Wenn wir Fremdsprachen lernen, so ist der Schüleraustausch eine der besten Möglichkeiten, das Gelernte in der Wirklichkeit, d.h. im fremdsprachigen Ausland, anzuwenden. Dabei kommt es uns neben dem Fremdsprachenerwerb auch auf eine intensive Auseinandersetzung mit dem anderskulturellen Kontext an. Dies nennen wir interkulturelles Lernen. In einer Zeit, in welcher Europa stärker zusammenwächst und in welcher dennoch die Auswirkungen der Weltkriege in den Köpfen der Menschen präsent sind, ist es besonders wichtig, das Interesse der heutigen Jugend für die Inhalte der französichen Kultur und Geschichte zu wecken, um ihr Verständnis für unser Nachbarland zu fördern und um langfristig den Frieden und das Zusammenleben der Völker in Europa zu sichern. Neben der vorbereitenden Beschäftigung mit landeskundlich-interkulturellen Inhalten im Unterricht (z. B. Darstellung des französischen Schulsystems und Herausarbeitung der Unterschiede zum deutschen Schulsystem, Beschreibung der Essensgewohnheiten in Frankreich, kritische Beleuchtung von Pauschalurteilen über Frankreich und die Franzosen), bietet der Schülerautausch die Möglichkeit der situativen Einbettung und des wirklichen Erlebens der anderen Kultur im Gastland. Unter Anleitung durch die Lehrkraft wird den Schülern die Orientierung in einer neuen Umwelt und das Erkennen anderer Orientierungsmuster vermittelt. Wenn wir von anderskulturellen Erfahrungen sprechen, so meinen wir das Erleben der alltäglichen Wirklichkeit im Gastland. So erhalten die Schüler z. B. Einblicke in die Abläufe an einer französischen Schule und in das Alltagsleben einer französichen Familie. Dies kann bei den Schülern Offenheit, Toleranz und auch einen neuen Umgang mit der eigenen Identität fördern. Wir lenken den Blick der Schüler auf Lebensbedingungen, Gewohnheiten, Bräuche und Einstellungen ihrer Gastgeber. Es gilt, Scheu and Angst bei den Schülern abzubauen und ihnen zu helfen, evtl. langfristige Kontakte aufzubauen. ![]() In diesem Zusammenhang führen wir auch bei dem Besuch der französischen Schüler in Miltenberg in den ersten Tagen des Aufenthaltes 'Interkulturelle Kennenlernspiele' durch, um die Schüler für Gemeinsamkeiten und kulturelle Unterschiede zu sensibilisieren und ihnen die Scheu im Umgang miteinander zu nehmen. ![]() Die Schüler machen also nicht nur sprachliche Fortschritte, sondern sie wachsen auch in ihrer sozialen und interkulturellen Kompetenz; diese Form der Hoizonterweiterung ist auch für den Eintritt in einen immer stärker international verflochtenen Arbeitsmarkt von unschätzbarem Wert. Schüleraustausch bietet mehr als nur einen Besuch im Gastland mit attraktivem Besichtigungsprogramm! |