Besuch der französischen Gäste in Miltenberg
(1. - 8. Mai 2002)
Im Gegensatz zu anderen Jahren mit dem Schüleraustausch, gab es in diesem Jahr nicht genügend französische Interessenten um alle deutschen Bewerber zu "versorgen". Nachdem die Französischlehrer das Geheimnis gelüftet hatten und somit das großen Bangen beendet war, mussten acht der 18 deutschen Schüler enttäuscht (!?) feststellen, dass für sie leider kein Franzose übrig geblieben war. Na ja, der Rest hatte wenigstens seinen Spaß beim "Franzosenbestellzettel"-Ausfüllen und darf im September mit nach Arnouville.
Vom 1. bis 8. Mai 2000 haben uns (8. Jahrgangsstufe) die 10 französische Gastschüler, begleitet von ihren Lehrerinnen Mlle Fouin und Mme Lafitte besucht.
Als wir sie am Abend des 1.Mai am Miltenberger Bahnhof abgeholt hatten, gab es trotz leichter Verständnisschwierigkeiten viel zu erzählen.
Donnerstag, 2.Mai
Um diese abzubauen, fanden am nächsten Tag in der Französisch-Doppelstunde sozusagen bilinguale Kennenlernspielchen statt, diese bestanden lediglich darin, den jeweiligen Austauschpartner über seine Hobbys auszuquetschen bzw. die Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich herauszuarbeiten. Nach den ersten drei Stunden durften die "corres" die Schule schon wieder verlassen um sich im Regen eine Stadtführung in französischer Sprache (von Herrn Zöller) anzuhören und danach das Miltenberger Museum anzuschauen. Am Nachmittag wurden sie dann wieder ihren Gastfamilien "ausgeliefert".
Freitag, 3.Mai
Am zweiten Tag durften wir 18 Deutschen einen weiteren Vorteil aus dem Austausch ziehen, einen Tag "schulfrei" für einen Ausflug nach Würzburg (es regnete immer noch). Zuerst bekamen die Franzosen im Trockenen der Umweltstation in ihrer Muttersprache etwas über das deutsche Müllsortierungssystem zu hören, was sie scheinbar sehr beeindruckt hat. Nachdem wir den Dom besichtigt hatten, durften wir in kleineren Gruppen durch die Stadt.
(Anm. der Red.: Wir stellten ziemlich schnell fest, dass es in Frankreich nicht üblich ist zu frühstücken; und wenn, dann nur "trockenen" Toast oder Weißbrot)
Samstag, 4.Mai / Sonntag, 5. Mai
Am Wochenende war es an uns Deutschen das Programm zu gestalten. Einige sind z.B. nach Heidelberg, andere in das Automuseum nach Aschaffenburg. Aber am Samstag Abend sind dann alle zu einer Schülerin, wo u.a. gegrillt, Fußball gespielt und getanzt wurde. (Das "faire la bise" (französische Begrüßung mit Küsschen) wird mittlerweile bei (fast) allen als selbstverständlich angesehen)
Montag, 5.Mai
Für die ersten drei Stunden Schule wurden die französischen Schüler auf verschiedene Klassen verteilt (Zitat: Deutsche: "Welche Fächer hattet ihr heute?" Franzose: "Da waren ganz viele Zahlen an der Tafel, ich glaube das war Deutsch." -Aha, so ist das also). Anschließend ging es für die Franzosen erneut nach Miltenberg, wo sie vom Bürgermeister begrüßt wurden, und danach die Brauerei Faust besichtigt haben. Den Nachmittag verbrachten sie mit ihren deutschen Austauschpartnern.
Dienstag, 6.Mai
Am letzten Tag ihrer Deutschlandreise besuchten sie noch Wertheim (Glasmuseum, Stadt). Als sie nachmittags in der Schule ankamen, erwartete sie ein (von den Müttern vorbereitetes) "Buffet" im Medienraum, welches sie, nach einer Ansprache des Direktors Andre, mit uns Deutschen plündern konnten.
Dieser betonte die Wichtigkeit dieses Austausches und ermunterte sie, in ihrem Heimatland für den Austausch zu werben. Danach wurden die Adressen ausgetauscht und die letzten Photos gemacht. Während sich "die Jugend" auf den Sportplatz verkroch wurden die Mütter zum Aufräumen "verdonnert". Nachdem der Medienraum wieder schultauglich hergerichtet war, verließen die Eltern das Schulgelände und wir konnten noch die letzten Stunden mit den Austauschschülern zusammen verbringen. Da stellten die meisten fest, dass die Woche eigentlich viel zu kurz war, und dass "der letzte Tag" abgeschafft werden sollte. Als um acht die Letzten das Schulgelände verlassen hatten, wurde vielen erst bewusst, wie toll die Woche, trotz des ganzen Stresses, doch eigentlich war.
Mittwoch, 8. Mai
Und da hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Die letzten Umarmungen, und da schloss sich die Tür des 7.50-Uhr-Zuges nach Würzburg. Mit gemischten Gefühlen durften wir dann in die Schule.
Ich glaube, diese Woche tröstete auch über eine schlechte Note in der Französischschulaufgabe hinweg, die manche an diesem Tag noch raus bekamen. Denn Praxis, also die Sprache auch im alltäglichen Leben zu sprechen, zählt (meiner Meinung nach) mindestens genau so viel wie Grammatik und Vokabeln auswendig zu lernen. An alle, die diesen Bericht gelesen und den Austausch, mit welchem Land auch immer, noch vor sich haben: Leute, nutzt die Chance. So was kommt nie wieder, ist ein einmaliges Erlebnis und dadurch kann man die gelernte Sprache auch in der Praxis anwenden.
Nadine Eller
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