Selbstgeschriebene Gedichte der 9a


Anders (von Matea & Miriam)
Ich will nicht (von Christian Schäfer)
Mein billig versprochenes Leben (von Janine Weis)
´Nam 68 (von Frank Bittner)
The Mog (von Frank Bittner & Jakob Karolus)

Anders 
(von Matea & Miriam)

Ich will nicht
sein wie du
sein wie ihr
sein wie jedermann
in eine Schublade gesteckt werden
an andern gemessen werden

Ich will nicht
dass Menschen sich bekriegen
sich belügen
sich betrügen
sich gegenseitig fertig machen
und Unschuldige leiden müssen

Ich will nicht
unglücklich sein
nicht ganz und gar allein
will kein Verlierer sein
und auch kein Besserwisser
will nicht ohne Hoffnung leben

Ich will nicht
falsche Freunde haben
nach dem Sinn des Lebens fragen
von anderen missachtet werden
auf der Straße verderben
und dann voller Hass sterben

Ich will
nur sein ich selbst
will mir die Freiheit nehmen
mein Leben so zu leben
wie ich will
in Frieden und Gerechtigkeit

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Ich will nicht
(von Christian Schäfer)

Ich will nicht
leben in einer Welt
von Tyrannen regiert
und von Kriegen zerstört.

Ich will nicht
stehen auf einer Erde,
die ausgebeutet
und deren Umwelt vernichtet wird.

Ich will nicht
genmanipuliertes Gemüse essen
und krank werden.

Ich will
frei und human leben
und danach streben,
dass die Erde uns erhalten bleibt.
 

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Mein billig versprochenes Leben
(von Janine Weis)

Ich spare,
spare,
denn Geiz ist geil!
Und ich liebe es!

Lieber den billigen Computer
für cometengeile 100 €
statt einen der teuren
aus der Geschenkewelt,
denn ich bin doch nicht blöd!

Und den neuen PC
nicht etwa in eine Plastiktüte, nein,
sondern in eine Schachtel gut verpackt!
Quadratisch. Praktisch. Gut.

Ich kauf mir gleich noch eine Zeitung,
denn ich bild mir meine Meinung
aus Deutschlands schnellsten Magazin!

Geschwind noch zum Adler.
Eine rosa Hose für 10 € ergattert.
Es lebe billig!
Das gefällt mir!

Bei Aral vorbei.
Frische Brötchen geholt-
Alles super!
Die Brötchen aber bitte mit Rama!

Für meine neuen vier Wände
bei IKEA einen Inka-Tisch gekauft!
Wohnst du noch oder lebst du schon?
Egal, auf diese Steine können Sie bauen!

Mein billig versprochenes Leben,
weil ich es mir wert bin!

[zum Anfang]

´Nam 68
(von Frank Bittner)

Schatten gleiten auf den Bäumen des Dschungels,
Staub weht über die grüne Lichtung,
Füße berühren den Boden,
Soldaten springen in Deckung,
alle verschwunden,
die Hubschrauber drehen ab.

Marines durchwaten die dunklen Flüsse
mit erhobenen Waffen und spähen nach gooks.
Leise pirschen sie sich an und warten auf den Feind,
Stimmen,
Waffen speien Feuer,
Stille.

Laute Musik dröhnt aus den Lagern,
junge GIs rauchen Joints,
alle sind fröhlich,
aber das ist nur Schein,
wenn es unerträglich wird,
nehmen sie  Heroin.

Granatenbeschuss,
zerfetzte Soldaten,
überfüllte Lazarette,
kein Ende in Sicht,
Blut überall,
Resignation im Überfluss.

Tote Kinder, Leichen von Männern und Frauen
sehen sie auf den Patroullien,
Freund von Feind nicht zu unterscheiden,
Luftschläge überall,
Napalm verbrennt die Menschen
und Agent Orange vergiftet das Land.

Einen Hügel erobern,
um ihn wieder zu verlieren.
Menschen vertreiben,
Tunnel sprengen,
töten um zu überleben,
das ist das einzige Ziel.

Das Jahr ist vorbei,
tapfer gekämpft,
es gibt keine Paraden,
man wird bespuckt und stößt auf Hass,
ausgegrenzt stehen sie alleine da,
mit ihren Orden verlassen von alten Freunden.
 

[zum Anfang]

The Mog
(von Frank Bittner & Jakob Karolus)

Ich sehe
Hunger in einem Land.
Kriegsfürsten ein Volk zerstören.
Grausame Menschen, die Kindern das Essen stehlen
und sich Hilfslieferungen bemächtigen.

Ich sehe
gewaltige Kolosse über die trockene Erde donnern.
Hubschrauber über der Stadt kreisen.
Infanteristen von ihren Geländewagen springen
und Sand über die Dächer wehen.

Ich sehe
Blut an den Wänden und harte Männer weinen.
Kinder nach ihren Eltern schreien.
Menschen ohne Leben im Gesicht
und Patronenhülsen auf den Boden fallen.

Ich sehe
brennende Autos und Häuser.
Blauhelme, von Kugeln perforiert.
Immer noch Hunger
und keine Besserung.

Ich sehe
eine Reaktion,
etwas Hoffnung,
nur einen Funken,
aber er glüht.

Ich sehe
UN-Soldaten, vieler Nationen
Hubschrauber kreisen,
Geländewagen beschleunigen,
Schüsse fallen.

Ich sehe
tote Soldaten,
tote Menschen,
eine Stadt voller Leichen
und einen fast erloschenen Funken Hoffnung.

Ich sehe
heute nichts davon.
Auch von anderen Konflikten nichts.
UN-Truppen fast überall
und kommen und gehen.

(The Mog = amerik. Slangausdruck für Mogadischu,
Hauptstadt von Somalia)

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