Ahmadou Kourouma: Allah n'est pas obligé

Birahima, der Erzähler der Geschichte, wächst in einem kleinen afrikanischen Dorf auf, in dem Religion und Tradition eine große Rolle spielen. Nach dem Tod seiner Eltern soll ihn der Kleinkriminelle und Geldfälscher Yacouba zu seiner Tante nach Liberia bringen.
Während dieser Reise geraten der "Straßenjunge ohne Furcht und Tadel" Birahima und sein Begleiter in einen tobenden Bürgerkrieg. Die Geschichte des 12-jährigen Birahima als Kindersoldat beginnt. Anfangs begeistert, schließt er sich der Gruppe des Kriegsfürsten Papa le bon an. Mit der Zeit erlebt er aber den Krieg in all seiner Härte und Grausamkeit, von Hunger und Raub über Vergewaltigung bis zu Mord.
So muss er z. B. zusehen, wie Soldaten aber auch Zivilisten erschossen und verwundet werden, aber Krieg bedeutet auch, dass man auf der Flucht vor feindlichen Soldaten seine verwundeten Freunde dem Schicksal überlassen muss.
Während der ganzen Zeit ist man abhängig von unberechenbaren und machtgierigen Kriegstreibern, denen man sich je nach deren Erfolg und der Versorgungslage in deren Truppe anschließt.

Neben der persönlichen Geschichte des kleinen Birahima erfährt der Leser aber auch etwas über die Entwicklung auf politischer Ebene und die persönlichen Motive der Kriegsherren.
Das Buch ist empfehlenswert für jeden, der hinter die Bilder der Nachrichtensendungen blicken und etwas über die Menschen eines häufig etwas fremdanmutenden Kulturkreises erfahren möchte.

(Sven Gerecht, K12)
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