Unterfränkischer Schulentwicklungstag am JBG
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Am Samstag, dem 20.6.2009, fand an unserem Gymnasium der unterfränkische Schulentwicklungstag statt. Das Thema der Veranstaltung lautete: "Schule weiterentwickeln - wir unterstützen Sie! - Netzwerk Unterfranken". Eingeladen waren aus allen Schularten Schulleiter sowie Lehrerinnen und Lehrer, die sich in Teams in der Entwicklung ihrer Schule engagieren. 160 Teilnehmer sind der Einladung gefolgt und haben sich Anregungen für ihr innerschulisches Wachstum geholt.
Musikalisch eingerahmt wurde die Veranstaltung durch unsere Big Band unter der Leitung von Frau StD Gronemann. Nach der Begrüßung durch Herrn OStD Fertig und Herrn StD Hemmert, dem Schulentwicklungsberater für Unterfranken, tauschten Vertreter mehrerer Schulen, die die externe Evaluation durchlaufen haben, auf dem Podium ihre Erfahrungen darüber aus, wie ihr Kollegium auf die hilfreiche, aber auch herausfordernde Rückmeldung über Stärken und Schwächen der Schule reagiert hat. Vertreten waren bei diesem von Alexander von Ammon vom Bayerischen Rundfunk moderierten Podiumsgespräch die Grundschule Stockstadt, die Berufsschule Miltenberg-Obernburg, das Balthasar-Neumann-Gymnasium Martheidenfeld sowie die "Freie Arbeitsgemeinschaft für Moderatoren in der Schulentwicklung FAMOS".
Anschließend beleuchtete unser ehemaliger Kollege StD Boris Hackl den Stellenwert der Schulentwicklung aus der Sicht des Kultusministeriums. Hackl machte deutlich, dass sich heute keine Schule mehr einer Qualitätskontrolle entziehen kann und dass jede Schule im Licht der Öffentlichkeit steht. Er verwies aber auch darauf, dass die Schulen noch nie so eigenverantwortlich agieren konnten wie heute und sie vor diesem Hintergrund mutig, gelassen und nachhaltig ihr Profil entwickeln sollten.
Danach stellen sich in einem Markt der Möglichkeiten und anschließenden Info-Shops die verschiedenen unterfränkischen Netzwerkgruppen vor, die für die Schulen maßgeschneiderte Unterstützungsangebote bereithalten, auf die die Schulen zurückgreifen können, wenn sie bei ihrem Entwicklungsprozess Hilfe von außen wünschen. Dabei reicht das Angebot von Kommunikationstraining für Lehrer über die Vorstellung neuer Unterrichtsmethoden bis zur Entwicklung eines wertorientierten Leitbildes einer Schule.
Der Nachmittag war dann dem Thema der Werterziehung gewidmet. Weihbischof Ulrich Boom, bis vor kurzem als Miltenberger Stadtpfarrer noch am JBG unterrichtender Kollege und als stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Katecheten-Vereins mit pädagogischen Fragen gut vertraut, zeigte in einem sehr persönlich gehaltenen Vortrag, dass unsere fortschrittliche und bunte Gesellschaft viele Optionen öffnet, aber auch permanent Entscheidungen verlangt. Im Kontext einer unübersichtlicher gewordenen Welt sei die vermeintliche Wertekrise eigentlich eher eine Wertungskrise. Boom betonte, dass Jugendliche sich nach wie vor nach Vertrauen, Treue, Wahrhaftigkeit und vor allem nach Liebe und Geborgenheit sehnten. Bezug nehmend auf den Dekalog und auf das Hauptgebot der Liebe ermunterte er dazu, den Erziehungsauftrag in Bescheidenheit und Gelassenheit anzugehen: Der Mensch sei nicht der Macher der Welt und die Erwachsenen nicht die Macher der Entwicklung der Jugendlichen. Statt fruchtloser Vereinnahmungsversuche käme es darauf an, in jedem Schüler den Menschen zu sehen, ihm mit Respekt zu begegnen und "Gratia, Caritas, Communio" (Wahlspruch des Weihbischofs) nicht gängelnd einzufordern, sondern den Schülern zuzusprechen. Mehrfach betonte Weihbischof Boom, dass in Zeiten der Verunsicherung nicht ängstliches Festhalten am Alten geboten sei, sondern dass wir uns voller Vertrauen darauf, dass uns Gott treu bleibt, auf die Welt und die Jugendlichen einlassen dürften.
Der Schulentwicklungstag war durch ein Organisationsteam, das aus Lehrern und Schülern bestand, akribisch vorbereitet worden. Die Veranstaltung verlief so professionell, dass sich unsere Schule in den Augen der Gäste hervorragend präsentiert hat.
Roland Specht, OStR
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