Chinareise der Big Band
(29.05. bis 09.06.2004)
Monatelange Vorbereitungen, unzählige Telefonate und seitenlange Briefwechsel machten das Unvorstellbare wahr. Nach der Einladung des chinesischen Chors bei den Deutsch-Chinesischen Jugendtagen in Berlin, sie in ihrem Heimatland am anderen Ende der Welt zu besuchen, dachte von uns noch keiner daran, dass uns dies jemals möglich sein würde. Aber der Gedanke, eine einmalige Chance in unserem Leben verpassen zu können, machte die Lehrer und uns ehrgeizig, alles daran zu setzen, diese Reise zu ermöglichen, was uns ja am Ende zu unser aller Freude tatsächlich auch gelang.
Samstag, 29.05.04
Um 14.38 Uhr fuhren wir nach der Verabschiedung von Eltern, Geschwistern und Freunden, die uns mit unseren schweren Koffern zum JBG gebracht hatten, vom Lehrer-Parkplatz in Richtung Frankfurter Flughafen ab. Nachdem wir unterwegs unseren "Austauschsaxophonisten" Nicolas Soler in Niedernberg abgeholt hatten, kamen wir dort um ca. 15.30 Uhr an. Unzählige Gepäck-, Zoll- und diverse andere Kontrollen erwarteten uns noch, bevor wir um 18.04 Uhr in die Boeing 747 der Air China einstiegen. Jetzt gab es kein Zurück mehr, die Türen waren verschlossen. Auf dem nun folgenden 10-stündigen Flug von 18.46 Uhr (MEZ) bis 10.46 Uhr (Ortszeit Shanghai) versuchten wir uns durch Essen, Schlafen, Lesen und Filmschauen die endlos lange Zeit zu vertreiben. Für Unterhaltung war auch wegen einer sich kompliziert gestaltenden Platztauschaktion gesorgt, welche dadurch zustande kam, dass Verena ganz alleine auf einem Sitzplatz in mitten der Chinesen, die die Mehrzahl der Passagiere ausmachten, erwischt hatte. Hierbei waren drei Stewardessen und der Sitznachbar von Matthias, den wir liebevoll Fritz nannten, um ein persönlicheres Verhältnis aufzubauen, beteiligt. Doch trotz der Verständigungsprobleme des Personals lösten wir dieses Problem, so dass der restliche Flug ohne weitere Probleme verlief.
Sonntag, 30.05.04
In Shanghai gelandet wurden wir sofort durch ein Empfangskomitee des chinesischen Chors des "Ersten Angegliederten Gymnasiums der Tongji-Universität", den wir ja bereits aus Berlin kannten, mit der übergabe von roten Rosen und zwei großen Blumensträußen für die Lehrer begrüßt. Bei der folgenden Busfahrt ins "Haus der Experten", unser Hotel, bekamen wir bereits die ersten Eindrücke vom chinesischen Leben hautnah vermittelt: Das feucht-warme Klima machte uns zu schaffen (Vgl. mit Hallenbad). Der chaotische Verkehr faszinierte uns sofort, besonders der für uns ungewohnte häufige Gebrauch der Hupe und das Krachen der Kupplung, was sich später noch als normal erwies, da man es schon am dritten Tag nicht mehr registrierte, weil man sich - wie an alles andere Neue - schnell gewöhnte. Außerdem war es keine Seltenheit, dass man mal einem Fahrradfahrer auf der Autobahn begegnete. Nach der Ankunft am Hotel und dem Einchecken, ging es nach einer Dusche mit dem stark gechlorten Leitungswasser zum ersten Mittagessen im Speisesaal des Hotels, welches durch den Umgang mit den Stäbchen und dem Gespanntsein auf den Geschmack des uns bis dahin unbekannten Essens zum Abenteuer wurde. Im Anschluss an dieses "Geschmackserlebnis" trafen wir uns zu einer ersten Stadterkundung, bei welcher in der Fußgängerzone sofort die Blondinen vermisst wurden. Das sich daran anschließende Abendessen mit 15-Gänge-Menü und der Schlafmangel durch den Flug schafften uns so sehr, dass wir alle nach der Rückkehr ins Hotel gleich unsere Zimmer aufsuchten und geradewegs ins Bett fielen.
Montag, 31.05.04
Die Nacht in den hart gepolsterten Betten war schon wieder um 6.45 Uhr vorbei, da es um 8 Uhr nach unserem ersten chinesischen Frühstück ins "Shanghai-Museum" ging, wo wir uns über die chinesische Kultur und Geschichte informierten. Nach dem wiederum sehr umfangreichen Mittagessen, besichtigten wir die Schule des uns bekannten Chors, in der wir eine Führung bekamen und nach dem Empfang durch den dortigen Schulleiter bei der Orchesterprobe zuhören durften. Die chinesischen Klänge, die Disziplin beim Spielen und die ausgezeichneten Soloeinlagen, sorgten für allgemeine Begeisterung. Direkt im Anschluss an diese Vorführung wurden wir direkt von der Schule aus jeweils zu zweit in die Gastfamilien gebracht, wo wir mit herzlicher Gastfreundschaft empfangen wurden. Hier fand unser Abendessen statt, welches noch besser als im Hotel war. Nach dem Austausch von Bildern, Geschenken und Email-Adressen, ging es quer durch Shanghai zurück zum Hotel, wo wir erst einmal unsere Erfahrungen aus den Familien austauschten und den Abend gemütlich in der Lobby ausklingen ließen.
Dienstag, 01.06.04
Auf dem Programm dieses Tages stand die Fahrt mit dem "Transrapid". Auf dem Weg dorthin durchquerten wir mit dem Bus zuerst das Villen-Viertel Shanghais. Als wir die Transrapidstation am Flughafen Pudong erreicht hatten, besuchten wir erst einmal das Transrapidmuseum, welches über die Funktionsweise und Geschichte der Magnetschwebebahn informierte. Anschließend genossen wir die 8minütige, 33 km lange Fahrt im 431 km/h schnellen Zug. Am Nachmittag probten wir dann an der Tongji-Universität für unser erstes Konzert. Während dieser Zeit fand am "German Center" der Tongji Universität die Zeremonie zur Unterzeichnung des Austauschs der beiden Partnerschulen statt.
Trotz Komplikationen begannen wir um 19.00 Uhr mit dem Programm und genossen im Anschluss die Darbietungen der Tänzer, Sänger und Musiker der Universität. Aufgehalten durch Fotoshootings, das Verteilen von Autogrammen bzw. den Geschenkaustausch mit dem Chor und einem kleinen Klavierkonzert von unserem Mr. China Matthias fiel der geplante Besuch des "Bundes", der dortigen Hafenpromenade, wegen der fortgeschrittenen Zeit aus. Stattdessen besuchte der Großteil der Gruppe mit dem Fremdenführer eine original chinesische Disco. Der Rest blieb im Hotel und ließ dort den Abend ausklingen.
Mittwoch, 02.06.04
Diesmal war ein Ganztagesausflug geplant: die erste Station war der ca. 500 Jahre alte Yu-Garten, den wir leider ohne Frau Gronemann besuchten, die aus gesundheitlichen Gründen den Garten erst zu einem späteren Zeitpunkt besichtigen konnte. Danach ging es in die Shanghaier Innenstadt, um einen außergewöhnlichen McDonalds-Besuch (Reservierung, Bedienung, Menü 1,70 €) und im Anschluss einen viel zu kurz geratenen Einkaufsbummel zu machen. Um 13 Uhr trafen wir uns dann wieder am Bus, um zum "Zweiten angegliederten Gymnasium der Tongji-Universität" zu fahren. Dort überraschte uns die westliche Orientierung, die moderne Technik und das ungeheure Wissen über Europa und Deutschland sowie das hervorragende Englisch, das uns während des Empfangs, der Reden und der Unterhaltung mit den Schülern geboten wurde. Deren Angebot, im Fußball gegen uns anzutreten, nahmen wir nicht an, da wir für unser abendliches Konzert proben wollten. Diese Probe im Jugendpalast Putuo wurde allerdings durch die Unterzeichnung des Austauschvertrages, bei dem neben unserem Direktor auch Frau Gronemann und Herr Weitz anwesend sein mussten, unterbrochen. Beim mehrmaligen Umräumen der Bühne aufgrund der Probe anderer Gruppen und dem kurzen Anspielen von "Jasmin" für den Chor übernahm Nicolas die Regie. Da das Abendessen nicht in der Nähe des Konzertsaals stattfand, wurde das Zurückfahren, Umziehen und Einstimmen zum Stress, der zum Glück nach 20minütigem Auftritt und 2stündigem Zuhören verflogen war. Der für den Vortag geplante Spaziergang auf dem Bund sorgte für einen lockeren Ausklang des anstrengenden Tages. Als wir allerdings im Bus saßen, fiel uns auf, dass Paddy, Ferdi und ein chinesischer Führer verloren gegangen waren. Nach einer gewissen Zeit kamen sie schließlich wohlbehalten an und erzählten, dass ihr "Führer" den Weg nicht genau gekannt hatte, weder Deutsch, Englisch noch Französisch verstand und somit keine Chance auf eine Verständigung bestand.
Donnerstag, 03.06.04
An diesem Morgen musste die Abfahrt verschoben werden, da in einigen Zimmern kein Weckruf erfolgte und somit nur zwei Bigbandmitglieder zum vereinbarten Zeitpunkt beim Frühstück erschienen.Ein weiterer Tagesausflug war geplant, und zwar in die 2500 Jahre alte Kulturstadt Suzhou. Auf der zweistündigen Busfahrt kompensierten wir erst einmal den fehlenden Schlaf, bevor wir in unserer Zielstadt verschiedene altchinesische Gärten, wie den "Garten des bescheidenen Beamten", den Buddha-Tempel im "Kloster des Kalten Berges" und den Schiefen Turm auf dem "Tiger-Hügel" besichtigten und ein Restaurant zum zwischenzeitlichen Mittagessen aufsuchten, wo man uns unter anderem ein gebratenes Hühnchen mitsamt Kopf und Krallen servierte. Gegen 16 Uhr trafen wir beim Zweigwerk der Firma WIKA ein, um dort die Belegschaftsfeier musikalisch zu umrahmen. Nach dem anschließenden Abendessen kehrten wir gegen 22.30 Uhr ins Hotel nach Shanghai zurück, um dort für den Inlandsflug nach Peking am nächsten Morgen zu packen.
Freitag, 04.06.04
Unser letzter Tag in Shanghai begann sehr früh: Nachdem wir bereits um 5.30 Uhr geweckt worden waren, fertig gepackt, unser chinesisches Lunchpaket empfangen und uns von unseren Gastfamilien und dem Leiter des Gymnasiums verabschiedet hatten, fuhren wir zum Flughafen, wo wir uns wiederum von den Übersetzerinnen, die uns tagelang begleitet hatten, und natürlich von unserem Busfahrer, den wir zur allgemein besseren Verständigung "Karli" getauft hatten, trennen mussten. Nach Gepäckaufgabe und Einchecken bestiegen wir das Flugzeug, das um 8.41 Uhr Richtung Peking abhob. In der wesentlich kleineren Maschine gab es kleinere Turbulenzen, die wir aber alle relativ problemlos überstanden. Am Flughafen mussten wir erst das scheinbar verschollene Baritonsaxophon wieder finden, das als "oversized package" an einer anderen Gepäckausgabe ankam, bevor wir vom Bus abgeholt wurden und nach einer kurzen Stadtrundfahrt, bei der uns Reiseleiter "Chang" vom chinesischen Verkehr über Geschichte Pekings und Chinas bis hin zur Feuerwerkskörperherstellung alles erzählte, was ihm gerade Interessantes einfiel, um 12 Uhr am Gymnasium Yuyuan See Beijing ankamen. Dort bekamen wir zuerst Mittagessen, stellten uns mit den chinesischen Schülern im Basketball und spielten anschließend bei einem kleinen Konzert mit dem Blasorchester der Schule. Um 15 Uhr ging es dann endlich ins Hotel, wo wir bis zum Abendessen Freizeit hatten, um die Umgebung zu erkunden, Einkäufe zu tätigen und uns von dem stressigen Tag auszuruhen. Nach dem Abendessen traf sich ein Teil noch zu einem Abendspaziergang zum Bahnhof (der geplante Kneipen- bzw. Biergartenbesuch scheiterte mangels geeigneter Einrichtung). Der Rückkehr ins Hotel folgte ein gemütliches Beisammensein in der Lobby mit Flügel, der natürlich gleich wieder zum Musik machen einlud. Die Stimmung wurde nur getrübt als wir erfuhren, dass es Frau Gronemann gesundheitlich nicht gut ging und sie die Nacht im Krankenhaus verbringen musste.
Samstag, 05.06.04
Auf dem Programm stand an diesem Vormittag der Besuch des "Himmelstempels", der größten Tempelanlage Chinas, in der unter anderem eine Nachbildung eines bereits in Suzhou besuchten Gartens zu sehen ist. Nachmittags fuhren wir zu unserem nächsten "Konzert", einem Auftritt in der Fußgängerzone und anschließend im Kaufhaus, in der Yamaha-Flügelabteilung. Bei diesen Darbietungen erkannte man, dass den Chinesen unsere Musik wirklich gut gefiel, da sich gleich eine Menschentraube um uns bildete und viele begeistert zuhörten. Vor den Auftritten zeigte uns Chang noch den DVD- und Videoschwarzmarkt, auf dem sich einige von uns mit zumeist englischen Filmen eindeckten, und die Poststation, wo wir Briefmarken und Karten kaufen konnten. Den Abschluss des Abends machte ein gemeinsames "Pekingente"-Essen im Restaurant.
Sonntag, 06.06.04
Ein Höhepunkt unserer Reise erwartete uns an diesem Vormittag in einem Nobelhotel außerhalb Pekings: die Hochzeit von Frau Dr. Huang, der Leiterin des Vereins für den deutsch-chinesischen Austausch, FIAKE. Neben dem gemeinsamen Torteanschneiden durch das Brautpaar und einer Sektpyramide gehörten die Hochzeitsmärsche und unser Openair-Konzert zur Hochzeitszeremonie, der ein reichhaltiges Buffet als Mittagessen folgte. Da sowohl in Reihen der chinesischen Gäste als auch auf unserer Seite ein Geburtstag anstand, bekam auch Lukas die Möglichkeit, eine Torte anzuschneiden und uns davon etwas abzugeben. Unser leidenschaftlicher "Hobby-Sprengmeister" Chang krönte die Zeremonie noch mit einem kleinen Feuerwerk mit echten (!) Chinaböllern. Um ca. 14 Uhr verließen wir die Hochzeitsgesellschaft und kehrten zu unserer Besichtigungstour zurück, die uns als nächstes zum "Sommerpalast" führte, dem größten und am besten erhaltenen kaiserlichen Garten Chinas, der einen großen See umschließt, über den wir auch mit einem Drachenboot fuhren. Nach dem Abendessen in einem thailändischen Restaurant mit diversen Tanzeinlagen besuchten wir die Pekingoper, die uns zwar im ersten Teil eher enttäuschte, sich aber nach der Pause zu einer sehenswerten, zirkusartigen Vorstellung steigerte. Im Hotel angekommen folgte der allabendliche Ausklang in der Lobby mit kleinem Flügelkonzert und chinesischem Bier.
Montag, 07.06.04
Auf dem Programm stand ein Punkt, der diesen Tag für alle unvergesslich machen würde: der Besuch der Chinesischen Mauer. Doch bevor wir uns in dieses einmalige Erlebnis stürzen konnten, mussten wir uns vorzeitig von Frau Gronemann verabschieden, da sich ihr gesundheitlicher Zustand verschlechtert hatte und sie einen Platz in einer Maschine nach Frankfurt bekommen hatte.
Auf der Fahrt Richtung Norden machten wir in einer Perlenzucht Station, wo wir unter anderem eine Kette als Andenken für unsere Martina mitnahmen. Nach einer einstündigen Fahrt an zahlreichen anderen Mauerarmen vorbei, bis wir die extra für die Touristen hergerichtete "Große Mauer" bei Badaling erreichten und bestiegen. Selbst wer sich noch nicht so mit dem Gedanken, eines der Sieben Weltwunder zu besuchen befasst hatte, war überwältigt. Ausgerechnet am wohl heißesten Tag unserer Reise vollbrachten wir die Tour über das 6 m breite und 8 m hohe Bauwerk, was zeitweise aufgrund der extremen Steigung trotz Stufen eher an Bergsteigen erinnerte als an einen Besichtigungsgang. Wie schon an den vorigen Tagen im Himmelstempel und dem Sommerpalast mussten wir uns auch wieder auf unser Handelsgeschick in Sachen T-Shirts, Rolexuhren und anderen Andenken verlassen, um uns gegen die aufdringlichen Einzelhändler zu wehren, die uns auf Schritt und Tritt folgten. Chang zeigte uns auch einen Teil der nichtrestaurierten Originalmauer, wofür er uns auf einem Trampelpfad quer durch dichtes Gestrüpp schickte. Am nächsten Tag erzählte er uns, dass er diesen abenteuerlichen Weg eigentlich nicht gekannt hatte und uns nur auf gut Glück und aufgrund der Abwesenheit der Polizisten dorthin geführt hatte. Nach dem Mittagessen besuchten wir die Grabanlagen der Mingdynastien, wo uns vor allem die lebensgroßen Tierskulpturen aus Stein beeindruckten. Am Abend fuhren wir mit dem Linienbus in die Innenstadt und zur Einkaufsstraße, wo wir uns zuerst mit billigen CDs eindeckten und das anschließende Shopping bis 22 Uhr (!!!) mit einem Skorpion-, Heuschrecken- und Zikadenessen an einer Reihe von Straßenständen verbanden. An diesem Abend gingen die meisten gleich nach der Rückfahrt mit der U-Bahn im Hotel ins Bett, damit wir den nächsten und letzten Abend noch mal richtig genießen konnten.
Dienstag, 08.06.04
Nach einer relativ langen Nacht - wir wurden ausnahmsweise erst (!) um 8 Uhr geweckt - begann unser letzter Besichtigungstag mit dem "Platz des himmlischen Friedens", der von Regierungsgebäude, Peking Museum und Mao-Mausoleum umgeben ist und der Besichtigung der ehemaligen kaiserlichen Palastanlage, der "Verbotenen Stadt", in der uns Chang viel von einem seiner Lieblingsthemen, den "Kokubinerinnen" (Haremsfrauen) und Eunuchen (Haremswächter), erzählte. Wiederum verfolgten uns zahlreiche Händler, die Mao-Bibeln, -Kappen und, wie immer, Andenken und Postkarten zu billigsten Preisen anboten.
Nach der Führung und einem ausgiebigen Mittagessen im Restaurant des Museums, bei dem wir erfuhren, dass Frau Gronemann, trotz zahlreicher Probleme während ihres Flugs, heil zu Hause angekommen war, was allgemeine Erleichterung hervorrief, kamen wir zu einem weiteren Highlight unserer Reise, auf das sich bereits seit Ankunft in Peking alle Bigbandmitglieder freuten, die "Seitenstraße": Auf dem Pekinger Schwarzmarkt deckten wir uns mit billigen HardRockCafé-T-Shirts, Pumaschuhen, Rolexuhren und verschiedenen Andenken ein und stellten unser Handelsgeschick unter Beweis. Anschließend genossen wir eine Rikschafahrt durch die alte Stadt "Hutong" und den Versuch Changs, uns die chinesische Sportart "Schattenboxen" beizubringen, bevor wir nochmals in die Einkaufsstraße fuhren, um in den Instrumentenläden, die am Vortag bereits geschlossen hatten, zu stöbern und musikalische Andenken zu besorgen. Hier waren wir sehr überrascht über die Begegnung eines Urlaubers aus Wörth, der uns sogleich für einen Auftritt engagieren wollte. Nach Austausch der Email-Adressen und erneutem Besuch eines CD-Geschäfts kehrten wir um halb Zehn wieder ins Hotel zurück, wo wir einen gemütlichen Abschlussabend verbrachten, uns nochmals ausgiebig mit Chang unterhielten, der sich auch dazu bereit erklärte, uns die Namen unserer Freunde und Verwandten in chinesischen Zeichen zu schreiben.
Mittwoch, 09.06.04
Einem ruhigen Vormittag, bei dem jedem selbst überlassen war, ob er sich mit Shopping, Kofferpacken oder Aufräumen beschäftigte, folgte die Abreise. Um 11 Uhr verließen wir das Hotel, verabschiedeten uns am Flughafen von unserem einmaligen Reiseleiter Chang und arbeiteten uns erneut durch Gepäckabgabe, Passkontrolle usw. Leider verspätete sich unser Flug etwas, so dass wir erst um ca. 15 Uhr Ortszeit abflogen, doch zum Glück verliefen die zehn Stunden Flug wieder genauso ruhig wie elf Tage zuvor, so dass wir alle um 18.31 Uhr MEZ wohlbehalten in Frankfurt ankamen. Nach weiteren Formalitäten verabschiedeten wir uns von Nicolas, der von dort direkt nach Hause fuhr, und stiegen endlich in den Ehrlichbus, der uns bis halb Neun zur Schule zurück brachte. Erleichtert stiegen wir aus dem Bus und stellten uns den vielen Fragen, mit denen uns die Eltern, Geschwister und Freunde, die uns schon am Parkplatz erwarteten, empfingen.
Im Endeffekt war diese Reise für alle Beteiligten wohl eine einzigartige und vorerst einmalige Chance, dieses Land mit all seinen Unterschieden zur europäischen Kultur, kennen zu lernen. Allen denjenigen, die mit dem Gedanken spielen, in den nächsten Jahren durch das neu geschaffene Austauschprogramm auch diese Chance wahrzunehmen, können wir nur empfehlen unbedingt das Angebot anzunehmen. Man sollte sich jedoch auch darüber im Klaren sein, dass man sich in einen anderen Kulturkreis begibt und einem die Umstellung schwer fallen kann, was allerdings keines Falles heißen soll, dass sich diese Reise nicht lohnen wird. Wir wären auf jeden Fall ein zweites Mal dabei!
i.A. der Bigband:
Patrick Meinelt & Andreas Platz
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