JBG viele positive Impulse gegeben
Schulleiter Dietmar Andre in Miltenbergs Gymnasium verabschiedet
Kreis Miltenberg. Mit »einem Himmel voller Wünsche und Grüße« in verschiedenen Sprachen haben gestern gut 750 Schülerinnen und Schüler des Johannes-Butzbach-Gymnasiums in Miltenberg Schulleiter Dietmar Andre verabschiedet. Vertreter des Kultusministeriums und der Schule sowie der Politik dankten dem Oberstudiendirektor für die Arbeit der letzten knapp zwölf Jahre als Verantwortlicher des JBG.
Dietmar Andre habe dem Miltenberger Gymnasium seit dem 12.Februar 1993 mit vielen neuen Ideen ein neues, modernes Profil gegeben, stellte sein Stellvertreter Rüdiger Horner fest. Er zeigte unter anderem an dem Projekt Innere Schulentwicklung, am Tutorensystem, an den neuen Kontakten zu ausländischen Schulen und an der Einführung von Betriebspraktika auf, wie sich das Gymnasium den geänderten Anforderungen geöffnet und angepasst habe.
An Profil habe die Schule auch durch glanzvolle Theatervorstellungen und fast profihafte Musicalaufführungen gewonnen. Laut Horner hatte Dietmar Andre Aktivitäten der Schüler im musikalischen, sportlichen und naturwissenschaftlichen Bereich stets unterstützt. Als Höhepunkt nannte Horner die Veranstaltungen zum Jubiläum »300 Jahre Johannes-Butzbach-Gymnasium« sowie die erst kürzlich in Kraft gesetzte Schulverfassung. »Oberstudiendirektor Andre leitete die Schule mit natürlicher Autorität, großem Einsatz und vermittelte Werte, Normen und Bildungsinhalte in harmonischer und verständnisvoller Weise«, brachte Horner die Verdienste des Schulleiters auf den Punkt.
1993 nach Miltenberg gekommen
Den beruflichen Werdegang Andres skizzierte der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Unterfranken Oberstudiendirektor Hermann Mündlein. Andre hatte 1961 die allgemeine Hochschulreife in Obernburg sowie nach zwei Jahren Wehrdienst mit dem Studium der Fächer Deutsch, Geschichte und Sozialkunde das Rüstzeug für das Lehramt an Gymnasien erlangt. Nach einem überragenden Gesamtergebnis der Staatsprüfung unterrichtete Andre zunächst am Hermann-Staudinger-Gymnasium Erlenbach, bis 1993 die Versetzung als Schulleiter nach Miltenberg erfolgte.
Mündlein zeigte auf, dass Dietmar Andre eine Zeit gewaltiger Umbrüche im Schulsystem erlebt habe. In seiner Rede lobte er die Einführung der Schulverfassung am JBG.
Abschließend ging Mündlein auf das nicht ganz unproblematische Erbe ein, dass Andre als Schulleiter in Miltenberg vorgefunden habe. »Es ist Ihnen gelungen, bei einer ungemein schwierigen Ausgangslage eine Schule zu formen, die sich als Schulfamilie versteht«, zollte er Dietmar Andre, den er als überproportional belastbar, verantwortungsbewusst und selbstkritisch beschrieb, Respekt.
Politik und Schule getrennt
Von einem harmonischen Miteinander zwischen Sachaufwandsträger und Schulleitung sprach Landrat Roland Schwing. Er ging auch auf den CSU-Politiker und Kreisrat Dietmar Andre ein und bescheinigte ihm, beide Bereiche sauber getrennt zu haben. Als Bürgermeister der Stadt Miltenberg zeigte Joachim Bieber auf, dass ein Gymnasium als Standortfaktor gesehen werde und man sich glücklich schätze über die positive Ausstrahlung des Gymnasiums.
Arbeit von Toleranz geprägt
Als Vertreterin des Elternbeirats dankte Gabriele Barath für die von Akzeptanz und Toleranz geprägte Arbeit mit der Schulleitung.
Oberstudienrat Ekkehard Schäfer als Personalratsvorsitzender überraschte den Schulleiter mit jeweils einem Vertreter der Jahrgänge, die von 1992/93 bis 2003/04 als Fünftklässler ihre Schulkarriere am Butzbach-Gymnasium begonnen hatten. Als besonderes Schmankerl hatte jeder Schüler den zum Jahrgang passenden Bocksbeutel dabei. »Wir bedauern Ihren Abschied«, sagte Schülersprecherin Carolin Bischof. Anerkennende Worte richtete auch die stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises JBG, Annelies Thomas, an den scheidenden Schulleiter.
»Die Schule ist die wichtigste Einrichtung der Bildung«, stellte Dietmar Andre in seinen Gedanken zum Abschied fest. Er stellte die Frage, weshalb nur von den »Kosten der Bildung«, nie aber von den »Kosten der Dummheit« gesprochen werde.
»Im Zweifel für den Schüler«
Was man an Zuwendung in Kinder investiere, bekomme man hundertfach zurück, so Andres Fazit. Als seinen Leitsatz nannte er »dubio pro discipulo« - im Zweifel für den Schüler. Abschließend dankte Andre seinen Weggefährten der letzten zwölf Jahre.
Annegret Schmitz
(Quelle: Bote vom Untermain, 21.07.2004)
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