»Geballte Kompetenz« verlässt Miltenbergs Gymnasium
JBG-Lehrer Horner, Dieterle, Gehmke und Jännsch treten in Ruhestand
K r e i s M i l t e n b e r g . Bei einer lockeren Abschiedsfeier sind langjährige Lehrkräfte am Johannes-Butzbach-Gymnasium (JBG) am letzten Schultag in den Ruhestand verabschiedet worden. Mit den Studiendirektoren Rüdiger Horner, Dr. Alf Dieterle, Johannes Gemke und Oberstudienrat Ingolf Jännsch hätte noch nie vorher in der 303-jährigen Geschichte des JBG eine so geballte Kompetenz an Pädagogen die Schule gleichzeitig verlassen, sagte Schulleiter Dietmar Andre, für den dies auch die letzte Amtshandlung war. Insgesamt hätten es die Lehrkräfte auf stolze 127 Dienstjahre gebracht und seien damit auf das engste mit dem JBG verbunden, sagte Andre, der das Engagement der Lehrer in der ihm eigenen humorvollen Art würdigte. Mit Rüdiger Horner verlasse eine vielseitige und zuverlässige Persönlichkeit, die auch zwölf Jahre ständiger Stellvertreter des Schulleiters gewesen sei, das JBG. Seit seiner Gymnasialzeit vor 53 Jahren ist Horner mit der Bildungseinrichtung verbunden. 37 Jahre war er nach dem Studium als Lehrer für Mathematik und Erdkunde tätig. Er löste auch seit 1970 die gelegentlich undankbare Aufgabe als Stundenplan-Referent und war Kollegstufen- und Computerbetreuer.
Als ein biologisches Urgestein skizierte der Schulleiter Dr. Alf Dieterle, der seit 29 Jahren am JBG im Fach Biologie kreativ und engagiert unterrichtet und dessen Antriebskraft die Neugier sei. Er sei seiner Zeit mit der Verbesserung des Zeitmanagements in der Fachschaft Biologie voraus gewesen, und es gebe wenige Gymnasien, an denen die Pflanzenkunde in ähnlichem Ausmaß gelehrt werde, wie am Miltenberger JBG. Auch habe die Schule dem für den Schulsanitätsdienst verantwortlichen Sachbuchautor und Historiker neben einer Biologiesammlung eine "Ahnengalerie" aus liebevollen Fotografien zu verdanken.
Ein feinsinniger Ästhet sei Johannes Gemke, der seit 28 Jahren katholische Religionslehre unterrichtet und 1984 mit der Leitung dieser Fachschaft betraut wurde. Auch war Gehmke langjähriger Fachbetreuer für Deutsch und habe sich mit der Verbreitung des Lions-Quest-Programms "Erwachsen werden" verdient gemacht. Er habe die Kollegstufe am JBG mit ins Leben gerufen und die Schulspiele sehr gepflegt.
Bei Ingolf Jännsch, der seit 33 Jahren als Kunsterzieher an der Schule tätig ist, würdigte der Schulleiter besonders den Menschen und Künstler, dessen themenbezogene Sammlung auch ihren Niederschlag im Kunstunterricht der Oberstufe gefunden habe. Wiederholt sei er auch zum Vertrauenslehrer gewählt worden und habe als "Meister der Tongefäße" die Schüler im Wahlunterricht beindruckt.
Alle Verabschiedeten erhielten vom Schulleiter Buchgeschenke. Gabriele Barath, Vorsitzende des Elternbeirates, dankte den künftigen Ruheständlern für ihr Engagement und die gute Zusammenarbeit zum Wohle der Schule. Vom Förderkreis des Gymnasiums wird jährlich der oder die beste Schüler/In ausgelobt. Heuer fiel die Wahl gleich auf zwei Schülerinnen, die laut Gerhard Schneider Spitze waren: Christina Gömmel und Carina Schmitt erhielten Preise dafür. Für Leistungen in verschiedenen Bereichen der Schule gab es für einige Schüler auch die traditionellen Eisgutscheine. Mit einer Spende aus dem Schulfesterlös konnten auch verschiedene Projekte unterstützt werden. So gab es für das Russlandprojekt 700 Euro und für die Kinder in Bolivien 300 Euro. Der künftige Schulleiter Joachim Fertig stellte sich den vollzählig im Foyer versammelten Schülern vor. Die Feierstunde wurde von Big Band und Chor gestaltet.
(Quelle: ms, Bote vom Untermain, 02.08.2004)
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