Schon ein Euro reicht für dreimal Essen am TagButzbach-Gymnasium spendet für Kinderhilfswerk
K r e i s M i l t e n b e r g . Der Schulleiter des Miltenberger Butzbach-Gymnasiums, Joachim Fertig, hat einen Scheck an den Abgesandten eines Kinderhilfswerkes, Jan Uekermann, überreicht. Die 1300 Euro stammen aus dem Erlös des Weihnachtskonzerts. Der ehrenamtliche Mitarbeiter des Karlsruher Büros von "Unsere kleinen Brüder und Schwestern" brachte den Schülern der sechsten Klassen des JBG die Arbeit der Organisation näher. Unterstützt wurde er von dem 26-jährigen Haitianer Reginald Colin. Das Hilfswerk betreibt mehrere Waisenhäuser in Mittel- und Südamerika und hat dadurch Tausende von Kindern von der Straße weggeholt und ihnen ein Zuhause gegeben. Viele von ihnen hatten ihr Überleben zuvor durch Stehlen und Betteln sichern müssen. "Wenn die Kleinen zu uns kommen, sind sie oftmals sehr krank", sagte Uekermann. Reginald Colin, der selbst zehn Jahre lang in einem der Kinderdörfer in Haiti aufgewachsen war, schilderte den Gymnasiasten sehr anschaulich seine eigenen Erfahrungen. Kinder ohne jegliche Chance haben nun die Möglichkeit etwas zu lernen, Hilfsbereitschaft gegenüber anderen zu üben und miteinander Aufgaben zu bewältigen. Das erste dieser Waisenhäuser wurde 1954 von dem heute 82-jährigen Padre William Wasson in Mexiko gegründet. Er hatte einen Jungen aus dem Gefängnis bei sich aufgenommen, der vor Hunger Geld aus der Kollekte einer Kirche gestohlen hatte. Eine Woche später beherbergte der Padre bereits acht Kinder. Heute betreibt die Hilfsorganisation Kinderdörfer in Mexico, Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Haiti, Bolivien, Peru und in der Dominikanischen Republik. Hilfe ist laut Jan Uekermann bereits mit geringen Beträgen möglich: "Mit nur einem Euro können wir einem Kind dreimal am Tag etwas zu essen geben." Das Hilfswerk bietet Patenschaften für die Waisen an. Ein Beitrag von 28 Euro monatlich kann einen wichtigen Anteil der Kosten für Ernährung, Kleidung, Ausbildung und Gesundheitsvorsorge für ein Kind decken. Internet: www.hilfefuerwaisenkinder.de (Quelle: Bote vom Untermain, 03.04.2006) |