»Die erste Fassung des Gloria landete im Mülleimer«
Workshop mit dem Komponisten Reimund Hess am Miltenberger Gymnasium |
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"Eigentlich wollte ich Bischof oder Zirkusdirektor werden", so charakterisierte der Komponist Reimund Hess das breite Spektrum seiner ursprünglichen Berufsvorstellungen. Als ebenso breit gefächert bezeichnet er die stilistische Vielfalt in seinen Werken, die von Klassik über Jazz bis hin zu Rock und Rap reicht. Mit Reimund Hess hatte der Mittel- und Oberstufenchor des Johannes-Butzbach-Gymnasiums unter der Leitung von Martina Gronemann einen renommierten Komponisten zu einem Workshop eingeladen, der bereits mehr als 500 Kompositionen veröffentlicht hat. Daneben war er viele Jahre als Redakteur bei verschiedenen Rundfunkanstalten (HR, SR, SWF/SWR) und als ARD-Delegierter bei der Europäischen Rundfunkunion tätig. Im Rahmen des Workshops am vergangenen Wochenende erhielten die 70 Sängerinnen, Sänger und Instrumentalisten des Miltenberger Gymnasiums wertvolle Informationen und Tipps bei der Einstudierung seiner MESSE DES FRIEDENS, die u. a. am 95. Katholikentag in Ulm 2004 aufgeführt wurde. Gemeinsam mit seiner Frau Veronika Krayer, der Verfasserin der Texte, erläuterte Reimund Hess inhaltliche und kompositorische Hintergründe zu dem 2002 entstandenen Werk. Durch seine sympathisch bescheidene Art gelang es ihm sehr schnell einen Draht zu den Jugendlichen zu finden. Diese erhielten einen faszinierenden Einblick in die Arbeit eines Komponisten und erfuhren zum Beispiel, dass die Komposition nach etwa einem Vierteljahr fertig gestellt war, dass er mit seiner Frau zusammen an einem großen Architektenschreibtisch gearbeitet hat, um immer wieder Nuancen in der textliche Interpretation abstimmen zu können. Dass Reimund Hess das "Gloria" der Messe zweimal schreiben musste, "weil die erste Fassung meiner Frau überhaupt nicht gefiel und im Mülleimer landete" beeindruckte die Gymnasiasten sichtlich. Die MESSE DES FRIEDENS greift inhaltlich wie musikalisch aktuelle Strömungen auf: So kommt u. a. in Zitaten berühmter Persönlichkeiten wie Mutter Teresa, Nelson Mandela, Bert Brecht oder Jörg Zink der Wunsch nach Frieden und Versöhnung im Sinne der Ökumene zum Ausdruck. Die mitreißende Musik ist durch die Verbindung von Rock-, Jazz-, Latin- und Gospel-Elementen geprägt und zieht Ausführende wie Zuhörer in ihren Bann. "Jetzt singen und hören wir die MESSE DES FRIEDENS mit ganz anderen Augen und Ohren", so kommentierte eine Schülerin begeistert das Ergebnis des Workshops. Die Komposition wird im traditionellen Weihnachtskonzert des Johannes-Butzbach-Gymnasiums am 20. Dezember um 19.00 Uhr in der St. Jakobus-Kirche in Miltenberg zu hören sein. |