In der Disko gibt's was auf die Ohren

Ärztin Andrea Hortig spricht mit Schülern über Vermeidung von Hörschäden

K r e i s   M i l t e n b e r g . "Viele Jugendliche haben Gehörschäden. Hauptursache ist zu laute Musik in Diskotheken, auf Konzerten und über Kopfhörer." Mit dieser Information und Warnung hat die Ärztin Andrea Hortig Schüler der Klasse 9d des Johannes-Butzbach-Gymnasiums in Miltenberg konfrontiert.
Detailliert und eindringlich erläuterte die Medizinerin, die an der Berufsschule Miltenberg angehende medizinische Fachangestellte unterrichtet, welche Gefahren der Konsum überlauter Musik für Jugendliche darstellt. Mit Hilfe von eindrucksvollen Fotos und Abbildungen gelang es Andrea Hortig, ein anschauliches Bild vom "Wunderwerk Ohr" und seiner Empfindlichkeit zu vermitteln. Die etwas andere Schulstunde ging auf eine Initiative von Musiklehrerin Martina Gronemann zurück.
Zuvor war im Unterricht das zum Verstehen von Hörschäden notwendige Grundwissen behandelt worden. So stießen die medizinischen Aspekte auf das besondere Interesse der Schüler. Sie wollten wissen, was man eigentlich unter Tinnitus oder Hörsturz versteht, wie ein Hörgerät funktioniert oder warum viele Hörschäden irreparabel sind. Selbstverständlich durfte auch der Blick ins Ohr der Mitschüler mit Hilfe eines Otoskops nicht fehlen - für viele Schüler die erstmalige Gelegenheit.



Abschließend erhielten die Jugendlichen wichtige Informationen und Tipps zum richtigen Umgang mit Freizeitlärm. "Der beste Schutz vor Schädigungen des Gehörs ist in jedem Fall die Lärmvermeidung", so Andrea Hortig, "denn Lärmschwerhörigkeit ist nicht heilbar."
"Bisher war ein gutes Gehör für uns eher eine Selbstverständlichkeit, über die wir uns nur wenig Gedanken gemacht haben", gaben die Miltenberger Gymnasiasten zu. Dass eine dauerhafte Schädigung des Gehörs besonders durch den Freizeitlärm, dem sich die Jugendlichen freiwillig aussetzen, eintreten kann, führte am Ende dieser "ausgefallenen" Unterrichtsstunde bei den Schülern zu der Erkenntnis: "In Zukunft werden wir uns viel bewusster und kritischer mit unserem eigenen Hörverhalten auseinander setzen."
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