Landkreis-Gymnasien gelingt ein Hattrick

JBG Miltenberg und HSG Erlenbach die Sieger beim Dialekt-Projekt "Fränkli" - Erfolg beim Schülertag in Würzburg


M i l t e n b e r g / E r l e n b a c h .  "Dialekt und Theater" lautete das Schwerpunktthema des von der Robert-Bosch-Stiftung geförderten Projekts "Fränki - Schüler erforschen ihren Dialekt". Mit dabei beim Schülertag des Unterfränkischen Dialektinstituts (UDI) der Uni Würzburg waren jeweils zwei 8. Klassen des Miltenberger Johannes-Butzbach-Gymnasiums (JBG) und des Erlenbacher Hermann-Staudinger-Gymnasiums (HSG).

Bereits vor vier Jahren begann die Zusammenarbeit zwischen dem HSG und der Uni Würzburg, als das Projekt beantragt und aus der Wiege gehoben wurde. Spürbar war die Nervosität der fast 300 Schüler, die im Max-Scheer-Hörsaal der Uni Würzburg zusammengekommen waren, um ihre selbst verfassten Dialekt-Szenen vorzuführen und sich der kritischen Jury des UDI zu stellen. Bevor die Laienschauspieler aber auf die Bühne durften, wurden sie von Initiator Professor Norbert Wolf "zu einer guten Sache" und "einem der erfolgreichsten Projekte Bayerns" begrüßt. Aufgrund der großen Anspannung der Schüler vor ihren Auftritten stieß ein Vortrag der Theaterpädagogin des Mainfranken-Theaters Elisabeth Higer-Strauß zur Commedia dell?arte (italienische Stegreifkomödie) nur auf mäßiges Interesse.

Acht Schulen im Wettbewerb

Nach einer kurzen Pause hieß es "Bühne frei" für die Schüler. Elf Klassen aus acht Gymnasien präsentierten in jeweils gut fünf Minuten ihre selbst verfassten Dialektszenen. Trotz der schlechten Akustik im Hörsaal boten die Laienmimen durch die Bank sehenswerte Kurzstücke, die Professor Wolf bei der Preisverleihung allesamt als "auszeichnungswürdig" bezeichnete.

Besonders gelohnt hatte sich die Schreib- und Probenarbeit aber für die Klasse 8b des JBG (Leitung: Birgit Kindermann), die mit ihrem Stück "Äppelwoi bleibt Äppelwoi" mit dem 1. Preis und 200 Euro belohnt wurde. Auf den Plätzen zwei (100 Euro) und drei (Bücher im Klassensatz) folgten die Klassen 8b (Leitung Burkhard Beck) und 8c (Jutta Rosenberger-Klein) des HSG mit ihren Stücken "Der Onkel aus Amerika" und "Dehoam is dehoam!"

Alle Stücke behandelten in unterschiedlichen Situationen die Probleme beim Aufeinandertreffen von Dialekt und Hochsprache. Hervorzuheben sind nicht nur die schauspielerischen Leistungen, sondern auch der gepflegte und mundartgerecht gesprochene Dialekt sowie das Feingespür für Situationskomik. So nahm die JBG-Gruppe gelungen-humorvoll die Amtssprache im Hinblick auf die EU-Weinverordnung auf die Schippe. Im Anschluss an die Darbietungen konnten die Schüler ihr Dialektwissen an verschiedenen Stationen eines in der Aula installierten Lernzirkels testen. Auch hier ging der erste Preis an den Untermain. Diesmal hatte die Klasse 8a des JBG die Nase vorn und erhielt Bücher für die ganze Klasse.

Das Projekt geht nun in die nächste Runde. In den vergangenen Monaten musste jede Klasse Vorschläge für eine Dialekt-Umfrage in ihrem Umkreis erarbeiten. Für die wissenschaftliche Vergleichbarkeit bei der Auswertung am Ende der Felduntersuchung wird eine gemeinsame Grundlage benötigt.

Jungforscher mit Interviews

In diesem Zusammenhang stimmten Schüler und Lehrer abschließend unter Anleitung der Projektleiterin Dr. Monika Fritz-Scheuplein über einen einheitlichen Fragebogen ab. Vor den Jungforschern des JBG und des HSG liegen nun Wochen und Monate, die von Interviews und der Auswertung geprägt sind.

(Quelle: Martin Lange, in: Bote vom Untermain, 07.03.2008)
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