Gymnasiasten üben sich als Lehrer

Projekttag: Der etwas andere Unterricht in der Miltenberger Grundschule in der Wolfram-von-Eschenbach-Straße


M i l t e n b e r g .   Am Samstag zur Schule gehen - für viele Kinder eher keine schöne Vorstellung. Aber der Unterricht am vergangenen Samstag in der Grundschule war etwas anderes. "Der hat sogar richtig Spaß gemacht", sagte eine zehnjährige Schülerin der Klasse 4 d der Miltenberger Grundschule.

Zunächst gingen die Kinder der vier Klassen zu Fuß an den neuen Hochwasserbehälter, der sich gerade im Bau befindet, in der Wenschdorfer Steige. Hans-Dieter Arnold, Geschäftsführer der EMB Miltenberg-Bürgstadt, zeigte den Kindern die Baustelle von innen und was der Sinn dieser Wasseraufbereitungsanlage ist.

Nach dieser kalten Exkursion ging es wieder zurück in die Schule. Dort standen für die Viertklässler in ihren Klassenräumen bereits Versuchsgeräte bereit, die die Gymnasiasten der Leistungskurse 12 und 13 am frühen Morgen aufgebaut hatten.

Die großen Schüler erklärten den kleinen Schülern, was es so alles rund um das Wasser zu entdecken gibt. Da ging es zum Beispiel um Oberflächenspannung. Zwei Gymnasiastinnen füllen Plastikdosen mit Wasser und ließen die Grundschüler Pfeffer draufstreuen. Dann träufelten sie Spülmittel dazu und beobachteten, wie der Pfeffer im Wasser regelrecht verdrängt wurde. Warum das so ist, wurde ihnen von den zwei großen jungen Damen natürlich erklärt, und das wiederum mussten die Kinder auf ihre Blätter schreiben.

Im anderen Klassenraum sah es schon aus wie in einem großen Labor. Die Schüler des Johannes-Butzbach-Gymnasiums schütteten verschiedene Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Rohrreiniger oder Zitronensaft, in Reagenzgläser. Mit einem Glasröhrchen gaben sie Rote-Beete-Saft dazu und zeigten den Viertklässlern, welche Farbe entsteht. Die bunten Wässerchen am Ende in den Reagenzgläsern belegten, was chemisch passiert, wenn man einen Indikator, also in diesem Fall den Rote-Beete-Saft, zum Beispiel mit Säure vermengt.

Enormer Aufwand

Hochinteressant war vor allem für die Jungen der Grundschule die Mikroskopierung von Pflanzen. Bei hundertfacher Vergrößerung eines Grashalms zum Beispiel staunten die Jungen und Mädchen nicht schlecht. "Der Aufwand dieses Projekttags war zwar enorm", sagte Lehrerin Evelyn Wichtelhuber, "aber sowohl den Grundschülern als auch den Gymnasiasten hat dieser Projekttag total viel Spaß gemacht, und vor allem hat die Zusammenarbeit zwischen den zwei Schulen hervorragend funktioniert", fügte sie hinzu.

Was an diesem Samstagsunterricht erlernt wurde, passt gerade in den Lehrstoff für das Heimat- und Sachkundefach der vierten Klasse "Leben mit der Natur", der beeinhaltet: "Die Schüler lernen das Wasser als vielfältigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen kennen. Sie erkunden örtliche Wasserversorgung oder Abwasseraufbereitung und gewinnen mit Hilfe einfacher Versuche einen Einblick in physikalisch-technische Zusammenhänge".

(Quelle: Anja Keilbach, in: Bote vom Untermain, 24.11.2008)

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