Schnelle Big-Band-Rhythmen
und eine schwarze Soul-Stimme

Johannes-Butzbach-Gymnasium: Stargast Ron Williams
gibt mit Big Band mitreißendes Konzert
Schauplatz: Kleinheubach. Der voll besetzte Hofgarten tobt, als er auf die Bühne kommt. Lächelnd schlendert er zu seinem Mikrofon, rückt die obligatorische Schildkappe zurecht und begrüßt das Publikum mit einem lauten und animierenden "Hello, guys!" - Ron Williams ist da!

Sänger, Schauspieler, Entertainer, Moderator , Kabarettist- ein wahres Multitalent. Mit Blues- und Soulstücken und einer unglaublichen Bühnenpräsenz riss er am Donnerstagabend das Publikum mit. Seine Begleitung: Die mittlerweile weit über den Landkreis hinaus bekannte Big Band des Johannes-Butzbach-Gymnasiums Miltenberg unter der Leitung von Martina Gronemann.

Zunächst wurde das Konzert von der Bläsercombo unter der Leitung von Melanie Lord eröffnet. Für ihren stilistisch abwechslungsreichen und sehr souveränen Auftritt erntete das Nachwuchsensemble kräftigen Applaus. Mit "Chicago" von Paul Clark entführte dann die Big Band das Publikum gleich zu Beginn in das Heimatland des Stargastes, der mit dem darauf folgenden Titel die Bühne betrat: "Bad Bad Leroy Brown", die Geschichte eines Mannes mit vielen Verehrerinnen, ließ von Anfang an im Hofgartensaal in Kleinheubach den Funken auf das Publikum überspringen. Im Anschluss wechselten sich klassische Swingnummern wie "Night and Day" oder "S`Wonderful" mit stimmungsvollen Balladen wie "Dock of the bay" oder "What a wonderful World" ab.

Ron Williams überzeugte die Zuhörer nicht nur mit seiner fantastischen Soulstimme, sondern auch mit seinem lockeren Humor: Geschichten über die Beziehungen zwischen Weißen und Schwarzen, sowie von Schwarzen untereinander, oder humoristisch verpackte Backgroundinformationen zu den Musikstücken brachten das Publikum immer wieder zum Lachen und schafften so eine grandiose Atmosphäre - professionelles Entertainment pur!

In rein instrumentalen Arrangements wie dem fetzigen "Vehicle", der Latinnummer "Land Of Make Believe" oder "A Bari Cool Chart" zog die Big Band alle Register ihres Könnens. Besonders beeindruckend waren hier die brillanten Soloeinlagen von David Römisch (E-Gitarre), Colin Klonau (E-Bass), den beiden Schlagzeugern Felix Wöber und Niels Picard und dem Baritonsaxophonisten Peter Straub, die geradezu zu Höchstform aufliefen.

Der Titel "Respect" von Otis Redding passte zu dem Rahmenthema von Williams' "Schultour für Toleranz", mit der dieser am Vormittag an das Miltenberger Gymnasium gekommen war, um mit Schülern über Toleranz und respektvolles Zusammenleben zu diskutieren. Den Gesangspart in "Respect" übernahmen Paula und Franziska Grohmann - die"Soul-Sisters", wie der gebürtige Kalifornier die beiden anerkennend nannte, die einmal mehr ihr beachtliches Talent unter Beweis stellten.

Auch die gesanglichen Fähigkeiten des Publikums sollten nicht zu kurz kommen: Bei der Zugabe "Stand by me" animierte Ron Williams alle zum Mitsingen und gab nicht eher auf, bis auch der letzte im Saal mitmachte.

Zwei Stunden dauerte das eindrucksvolle Konzert - zwei Stunden, nach denen ausnahmslos alle Zuschauer und - hörer begeistert waren: Mit Standing Ovations am Ende wurde die hervorragende Leistung aller Mitwirkenden belohnt.

(Maria Bauer / Sebastian Gerber)

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