Beweis, dass Schülerspende ankommt

Hilfe: Florian Zöller berichtet von seinem Einsatz in Haiti



Miltenberg. Florian Zöller, Krankenpfleger aus Miltenberg, hat am Mittwoch vor den neunten Klassen des Johannes-Butzbach-Gymnasiums (JBG) Miltenberg von seinem Hilfseinsatz in Haiti berichtet. Er ist der lebende Beweis dafür, dass die gesammelte Schülerspende von 1000 Euro bei den Hilfsbedürftigen ankam. Ein schweres Erdbeben hatte die Region um die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince Anfang des Jahres erschütterte.

»Wir haben im Januar nach einer Organisation gesucht, der wir den Erlös aus unserem Dialektprojekt und dem Weihnachtskonzert zur Verfügung stellen können«, erzählte Antonia Kaiser, Schülerin am JBG. Durch Verbindungen der Schule zur Hilfsorganisation »Unsere kleinen Brüder und Schwestern (UKBS)«, die in Haiti unter anderem ein Kinderkrankenhaus betreibt, kamen die Schüler an die gemeinnützige Erbacher-Stiftung in Kleinheubach heran, deren Stiftungsrat Florian Zöller angehört.

Erschütternde Eindrücke

Obwohl er weder Französisch noch das Haiti-Kreol spricht, war der Bedarf an Hilfskräften im Januar so groß, dass der Krankenpfleger vom 26. Januar bis 12. Februar ins Notstandsgebiet flog, um den Erdbebenopfern zu helfen. Das neue Krankenhaus des UKBS liegt in einem vom Erdbeben nicht betroffenen Gebiet und war daher besonders gut geeignet für die Aufnahme der zahlreichen Verletzten. Von dort brachte Zöller viele erschütternde Eindrücke und eine Reihe beeindruckender Fotos mit, um den jungen Zuhörern einen authentischen Bericht aus erster Hand abzugeben. Den meisten Medienberichten, dass vor Ort nur Panik und Chaos herrsche, widersprach der Redner allerdings. »Die Menschen haben zwar eine unvorstellbare Tragödie erlebt, nächste Angehörige sowie ihr Hab und Gut verloren, aber die meisten sind dabei sehr ruhig, ja fast apathisch geblieben«, schilderte er. Noch immer lebt ein Großteil der Haitianer im Katastrophengebiet in provisorischen Zelten.

Die Versorgungslage und der Wiederaufbau sind schwierig, da das Land zu einem der ärmsten Länder der Welt gehört und Hilfe aus dem Ausland nach wie vor dringend benötigt wird. Florian Zöller gehört zu einer Gruppe internationaler Helfer und war vor einigen Jahren bereits als Freiwilliger in Honduras und Bolivien aktiv. Die eindrucksvollen Fotos aus den ersten Wochen unmittelbar nach dem Erdbeben hatten andere Helfer, die Fotografin des Kinderkrankenhauses und der Hilfsdienste gemacht.

(Quelle: Bote vom Untermain vom 27.03.2010)

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