»Intoleranz darf nie toleriert werden«

    Prävention: Entertainer Ron Williams kommt mit seiner »Schultour« an das Johannes-Butzbach-Gymnasium

Miltenberg.  Noch bevor Ron Williams das Mikrofon ergreift, ertönt aus den Lautsprechern das Lied »Dieser Weg wird kein leichter sein« von Xavier Naidoo. Der Song gibt schon einen Vorgeschmack auf die schwierige Thematik, die Ron Williams an diesem Donnerstagvormittag mit Schüler des Johannes-Butzbach-Gymnasiums (JBG) zu diskutieren versucht.
Mit schwarzer Sonnenbrille, weißen Sportschuhen und Schirmmütze auf dem Kopf bewegt er sich zur Musik.
Kaum zu glauben, dass der Entertainer schon 68 ist, sein Elan und seine Ausstrahlung verjüngen ihn um Jahre. Williams bemerkt, dass die erste Stuhlreihe in der Aula nicht besetzt ist. Sofort mischt er sich unters Publikum und überredet die Schüler, nach vorn zu kommen. Es ist genau diese Offenheit und Lockerheit, die es ihm ermöglicht, nicht nur die Zuschauer zu unterhalten, sondern ihnen auch komplexe Themen zu vermitteln.
Jahresthema »Respekt«
Als Schirmherr der Kinder-Kultur-Karawane und den Stiftungen »Leben ohne Rassismus« und »Netzwerk für Demokratie« engagiert sich der gebürtige Kalifornier schon seit Jahren für die Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt. In diesem Zusammenhang kommt der Sänger und Moderator mit seiner »Schultour für Toleranz« an das Johannes-Butzbach-Gymnasium in Miltenberg, um dort mit den Schülern über deren Jahresthema »Respekt« zu sprechen.
»In der Schule muss man soziales Verhalten lernen«, meint er. Meist würden Jugendliche bereits in der Schule mit Mobbing, Beleidigungen und Kränkungen konfrontiert. Die Schüler müssen lernen, höflich miteinander umzugehen und sich dabei gegenseitig zu respektieren, egal welche Hautfarbe oder Religion ein Mensch hat, ist Williams überzeugt.
Miteinander reden
Für ihn ist Kommunikation der Weg: Vorurteile können nur ausgeräumt werden, wenn die Jugendlichen reden, sich offen gegenüber anderen Kulturen zeigen, versuchen sich in die Sichtweise des anderen hineinzuversetzen und nach Gründen suchen, warum jemand so ist, wie er ist.
Der Entertainer spricht konkret die Altersgruppe der Schüler an, da sie eine Generation sind, die in einer multikulturellen Gesellschaft aufwächst und das schaffen soll, was ältere Generationen nicht geschafft haben: Eine respektvolle und tolerante Gesellschaft.
Rassismus selbst erfahren
Seine Motivation, diese Schultour zu machen, sei seine eigene Biografie. Als gebürtiger Afro-Amerikaner habe er selbst schon oft Rassismus erlebt, berichtet er. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Amerika. Trotzdem versuchte er in den 60er-Jahren, als er nach Stuttgart kam, sich mit der deutschen Kultur auseinander zusetzen und sie zu verstehen.
Gespannt und aufmerksam lauschen die Schüler dem Vortrag des Entertainers. Mit Humor, Einfühlungsvermögen und einigen Showeinlagen bringt er den Schülern das komplexe Thema näher. Gezielt versucht der Künstler, der als Schauspieler, Sänger und Moderator schon in über 800 Fernsehsendungen mitwirkte und als Radiomoderator bekannt wurde, sein Miltenberger Publikum mit in den Vortrag einzubinden.
Schüchtern halten sich die Schüler zurück: »Was ist los?«, wundert er sich. »Gibt es hier keine Probleme? Anscheinend nicht! Das ist eine brave Schule, aber es gibt auch andere«. Nach rund ein einhalb Stunden ist der Vortrag vorbei. »Vergesst nicht, was ich gesagt hab,« gibt er den Schülern zum Abschied mit.

(Quelle: Nathalie Klappenberger, in: Bote vom Untermain vom 06.03.2010)

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