Tänze und Rhythmen aus 1001 Nacht

JBG Miltenberg: Barbara Nagel stellt Schülern Indien vor
"Ein Palast wie aus 1001 Nacht: Das ist das Haus eines Reichen. Und nun das eines Armen ..." Was die Elftklässler auf dem nächsten Bild sehen, schockiert zunächst: Ein Junge unter einem kleinen Wellblechdach, neben einem Müllhaufen, auf der Straße - der Wohn- und Schlafplatz des Jungen. Doch es ist nur ein Beispiel für die extremen Gegensätze zwischen Arm und Reich in Indien.

Am vergangenen Dienstag gab es für den Musikkurs der 11. Jahrgangsstufe des Miltenberger Johannes-Butzbach-Gymnasiums eine besondere Unterrichtsstunde: Die Tanz- und Yogalehrerin Barbara Nagel, die selbst längere Zeit in Indien verbracht hat, war zu Gast und stellte den Schülern das "Land der Bollywood- Filme" vor. Sprache, Mythologie, Musik und Tanz - 90 Minuten dauerte der Workshop und bot einen Einblick in das Leben in Indien. "Indien ist eine Mischung aus Mittelalter und Neuzeit, aus Slums und modernen Glaspalästen, Verkehrschaos und High-Tech!" erzählte die Mitbegründerin des Miltenberger Bewegungszentrums und zeigte dabei viele beeindruckende Fotos aus dem Alltag der Menschen.

Tanzpraxis beim Ganesha-Tanz gesammelt

Auch Musik und Tanz sind gänzlich anders als in unserem Kulturkreis: Fasziniert beobachteten die Schüler den temperamentvollen Tanz, den Barbara Nagel in einem farbenprächtigen Punjabi zu indischer Musik vorführte.
Was jedoch bei der geübten Tänzerin leicht aussieht, stellt sich als äußerst schwierig heraus, denn alles ist genauestens vorgegeben: Die Stellung der Finger, Haltung der Arme, die komplizierte rhythmische Beinarbeit und die ausdrucksstarke Mimik - Körperbeherrschung pur und viel Training ist nötig, um den klassisch indischen Bharata-Natyam-Tanz in der Perfekti-on Nagels ausführen zu können. Diese Erfahrung machten dann auch die Elftklässer bei ihren eigenen praktischen Versuchen, den "Ganesha-Tanz" einzuüben. In ihm wird die Geschichte des Elefantengottes Ganesha erzählt, der in Indien als Glücksbringer besonders verehrt wird.

Die Verehrung des Lehrers

"Die Inder haben eine ganz eigene Art, den Respekt vor dem Lehrer zum Ausdruck zu bringen und sich bei ihm zu bedanken!" beschließt Barbara Nagel ihren interessanten Vortrag, verbeugt sich tief vor Musiklehrerin Martina Gronemann und berührt dabei leicht deren Füße. Nach den vielfältigen kulturellen Unterschieden eine weitere Besonderheit, die die bayerischen Schüler in dieser Art sicher nicht kannten.

(Sebastian Gerber, 21.01.2011)

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