Zwei Länder - eine Sprache
JBG Miltenberg: Big Band und Orchester fahren zu deutsch-chinesischen Jugendtagen nach Berlin
"Es gibt zwei Wege für Deutsche und Chinesen, sich ohne besondere Sprachkenntnisse zu verständigen und das sind die Musik und die Kunst!" Diesem Motto folgten in den vergangenen Tagen knapp 50 Schülerinnen und Schüler sowie vier Lehrer des Johannes-Butzbach-Gymnasiums und reisten zu den 10. deutsch-chinesischen Jugendtagen in Berlin. Eingeladen von FIAKE e.V., einem Verein zur Förderung des internationalen Austausches für Künste und Erziehung, der die Veranstaltung organisierte, vertraten die beiden Aushängeensembles der Schule, die Big Band und das Orchester, Deutschland.
Um am Freitag pünktlich zur Eröffnung in Berlin zu sein, fuhr man bereits am Donnerstagmorgen mit einem mit Instrumenten und Noten vollbepackten Bus in die Bundeshauptstadt. Vier Konzerte wurden hier gegeben: Das Orchester gestaltete gekonnt die offizielle Eröffnungsfeier mit und bestritt am Samstag mit der Big Band gemeinsam das traditionelle Konzert im Berliner Tiergarten. Die Big Band begeisterte außerdem am Freitagabend bei einem Open-Air-Konzert, an dessen Ende ein großes Feuerwerk den Eröffnungstag abrundete.
Bereits am Freitagmorgen waren im Rahmen eines Workshops chinesische Instrumente vorgestellt worden, die die Gymnasiasten im Anschluss selbst ausprobieren konnten. Dabei waren Gitarrenähnliche Saiteninstrumente ebenso vertreten wie die "Hulusi", eine "Flaschenkürbis - Flöte". Innerhalb von zwei Stunden entdeckten die Teilnehmer ganz neue, fremdartige Klänge und lernten so die chinesische Musik besser kennen. Unterstützt wurde der Workshop von chinesischen Schülern, die einige Stücke solistisch vortrugen.
Die Berlin-Reise diente jedoch nicht nur der Kontaktaufnahme mit gleichaltrigen chinesischen Schülern, auch mit den Orchestern anderer Schulen aus ganz Deutschland wurden Freundschaften geknüpft, Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsam musiziert und getanzt.
Doch nicht nur Auftritte standen auf dem Programm, am Samstagmorgen durften die Gymnasiasten auch Berlin besichtigen und die Gegend rund um das Brandenburger Tor und das Regierungsviertel erkunden.
Am letzten Abend besuchten die Schüler noch ein ganz besonderes Konzert: Wu Wei spielte das traditionelle chinesische Blasinstrument "Sheng", das auf Grund seines Aussehens und des Klangs auch als "Mundorgel" bekannt ist. Wu Wei gilt als Virtuose auf diesem Instrument. Meisterhaft interpretierte er - gemeinsam mit dem international bekannten Akkordeonorchester Euphonia aus Berlin - selbst komponierte Werke sowie Transkriptionen klassischer Kompositionen und begeisterte so die Zuhörer in der Heilig-Kreuz-Kirche. "Akkordeon als klassisches Instrument - das kennen wir so gar nicht!", lautete die Resonanz vieler Konzertbesucher. Auch das Jugendakkordeonorchester der Shanghaier Philharmoniker trug mit zwei Stücken zum Gelingen des Konzertes bei.
"Wir haben mit diesem viertägigen Ausflug ein sehr erfolgreiches Schuljahr abgeschlossen, ein Schuljahr mit vielen tollen Ereignissen und Konzerten. Die Reise nach Berlin war nun der krönende Höhepunkt!", waren sich die Musiklehrerinnen Martina Gronemann und Carolin Zwanzer einig.
Frau Gronemann wurde im Rahmen des Eröffnungskonzertes sogar für ihr Engagement im Bereich des deutsch-chinesischen Austausches geehrt: Sie war es, die vor einigen Jahren die Kontakte mit der heutigen Partnerschule des Gymnasiums aus Shanghai geknüpft hatte. Seitdem findet regelmäßig ein Schüleraustausch zwischen dem Gymnasium der Tongji-Universität und dem JBG statt. In der kommenden Woche ist es wieder soweit: Chinesische Jugendliche werden nach Miltenberg ans JBG kommen, um hier Land und Leute kennen zu lernen.
(Sebastian Gerber, Q 11)
|