Gymnasium: Abenteuer - Selbsterfahrung -
Teamgeist - Geht das?

Die Antwort der 8. Klassen: Besuch der Hochseilgärten Aschaffenburg und Würzberg
Die 8. Klassen des Johannes-Butzbach-Gymnasiums fanden wie im letzten Jahr auf die geistigen Anforderungen ihrer Schule in der letzten Woche einen passenden körperlichen und seelischen Ausgleich: Unter tatkräftiger finanzieller und padagogischer Mithilfe durch die Kommunale Jugendarbeit des Landratsamtes Miltenberg besuchten sie mit ihren Lehrern den Hochseilklettergarten bei Aschaffenburg sowie den von Würzberg bei Michelstadt im Odenwald.

Hier die Erinnerungen der Klassen 8 bd an Würzberg:

Nach einer Busfahrt über die gewundenen Höhenstraßen des Odenwaldes gelangten die Klassen zu ihrem zwischen den Bäumen versteckten Ziel: Dem großen Parcours im Hochseilgarten Würzberg.

Manch einem schlug das Herz, als er hörte, dass er nun, nach einem Briefing, einer ausführlichen Sicherheitseinweisung durch das geschulte Personal, mit seinen Mitschülern auf Klettertour gehen solle. Manch einer wurde zunächst etwas ungeduldig, als er den Satz vernahm: "Ihre Sicherheit bei der Benutzung unseres Kletterparks hat für uns absolute Priorität." Freundlich und zurückhaltend, aber sehr bestimmt erklärte das Personal die Handhabung der Ausrüstung, die einzelnen Sicherheitsbestimmungen sowie die Begehung der gesamten Kletteranlage. Wie sich dann in den folgenden Stunden positiv herausstellte hatten sich Sätze wie "du musst mit einem Seil immer abgesichert sein" oder "nur zwei Teilnehmer betreten gleichzeitig eine Plattform" schnell bei den Schülern eingeprägt, so dass eben Spaß und Freude bzw. das Lernen der angestrebten Kompetenzen durch keinen Unfall getrübt wurden.

Der Große Parcours ist eine Herausforderung für Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche ab einer Körpergröße von 1,40 m (drunter geht nichts, so war zu erfahren). Er besteht aus sieben in sich abgeschlossenen Kletterstationen, wobei jede einzelne Kletterstation wiederum verschiedene Aktivitäten bzw. Übungen umfasst, die sich in Schwierigkeit und Höhe voneinander unterscheiden. Über eigens dafür angelegte Wege gelangen die Teilnehmer von einer Kletterstation zur nächsten.

Bevor es gilt, die einzelnen Aktivitäten einer Kletterstation zu bewältigen, muss immer ein Baumpodest über eine Strickleiter bzw. auch über eine altertümliche Baumleiter erreicht werden. Hat man alle Übungen einer Station absolviert heißt es nun kommt die Belohnung: Per Seilabfahrt gelangten die Schüler zurück auf den Boden.

Mit Kopf, Herz und Hand lernten die Schüler sich schnell einzuschätzen und sich in die Gruppe einzuordnen. Durch diese direkte Erfahrung in der Natur, unter Bäumen, die durch den aufkommenden Wind oder durch die Belastung der Akteure zuweilen ächzten, wurden die Schüler gefordert und gefördert.

Selbstvertrauen, Grenzerfahrung, Sozialkompetenz, Kommunikation, Teamwork, kreative Problemlösungen - Bereiche, die im gesamten Leben immer wieder benötigt werden, hier konnten sie in einer Weise eingeübt werden, ohne dass der Einzelne überfordert wurde. - Jeder suchte sich seine Anforderung selbst, ob dann der Parcours mit der Übung 3 oder 7 beendet wurde, lag bei jedem der Teilnehmer.

Sätze wie: "Hilfe, ich trau mich nicht!", "Ich kann das nicht!" oder "Wie bist du da hinauf gekommen" waren ebenso zu hören wie "Halte dich dort am Strick fest und gehe aufrecht" oder "Du musst nur einen Schritt nach vorne machen, das kannst du!" und "Boah, das war klasse, komm, das machen wir noch einmal!" - Lernende wurden zu Lehrenden und umgekehrt.

Zu schnell war die Zeit um und der Bus brachte am Nachmittag die 48 Schüler und ihre Lehrer erschöpft und müde, aber mit neuen Erfahrungen angereichert wieder nach Miltenberg.

Werden die Schüler der Klassen 8ac befragt, so bestätigen sie diese Erinnerungen ihrer Parallelklassen. Die Augen der Kinder leuchten, wenn sie an das gemeinsame Erleben erinnert werden. Eine Hoffnung war bei den Schülern neben einem großen "Dankeschön" dabei immer zu hören: "Hoffentlich können wir das gelungene Projekt unter tatkräftiger Mithilfe der Kommunalen Jugendarbeit im nächsten Jahr wiederholen!"

(Werner Kimmel, OStR)

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