"Hannibal" - der zweite Teil von "Das Schweigen der Lämmer"

Der zweite Teil von "Das Schweigen der Lämmer" ist Geschmackssache.
Ich zumindest konnte mich für den Film nicht in vollem Umfang begeistern. Hauptmanko meiner Meinung nach ist das Fehlen an Substanz. In der ersten Hälfte des Films zieht sich die Handlung doch arg in die Länge und verliert somit an Dynamik, was dem Spannungsgehalt nicht eben förderlich ist. Bis die Handlung nämlich so richtig in Schwung kommt vergeht fast eine Stunde. Nach der furiosen Anfangsschießerei hätte man diesbezüglich mehr erwartet. Was mich aber schon ein bisschen umgehauen hat war die - mittlerweile sich in aller Munde befindliche - "Gehirn-Ess-Szene" am Ende des Films. Ich will das mal ein bisschen näher schildern: Lector fräst mit einer Arztsäge den Schädel seines Opfers auf, so dass das Gehirn frei liegt, zieht langsam die das Gehirn umgebende Haut ab, entnimmt schließlich einige Gehirnregionen mit dem Skalpell und brät sie in der Pfanne bzw. macht einen leckeren Cocktail daraus. Das Opfer mit dem offenen Schädel trinkt schließlich diesen Cocktail und findet ihn auch noch gut, da ihm ja die Gehirnregion, die für die Intelligenz o.Ä. verantwortlich ist, entnommen wurde. Während der ganzen Aktion ist das Opfer wohlbemerkt am Leben und dem Zuschauer wird kein Detail der morbiden Szene bildnerisch vorenthalten, was die ganze Sache doch ein wenig - nun ja - ekelhaft macht.
Wie gesagt: Der Film verspricht - nicht zuletzt durch den großen Namen - zu viel und hält zu wenig. Man kann sich den Film einmal anschauen, denn schlecht ist er nicht, aber dabei sollte es man auch belassen.

Andre Teusianu


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