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Wenn man klein ist ... ... hat man viele Fragen. Zum Beispiel wie es möglich ist, dass die Erde rund ist und keiner runterfällt. Oder warum denn nun das Wasser ausgerechnet in dieser Richtung fließt, die Sonne nicht immer scheint, die Vögel nicht blau sind und woher die Bäume wissen, wann es Winter ist. Fragt man dann einen Erwachsenen, stammeln die hilflos irgendetwas wie "Erdanziehung" oder "ist einfach so". Eine Zeit lang staunt man dann noch über die Wunder der Erde und entdeckt tausend neue Fragen, auf die man selten eine ausreichende Antwort bekommt. Im Laufe der Schulzeit werden schließlich die meisten dieser Fragen geklärt, bis man schließlich weiß, wie ein beliebiges Molekül aus der Froschperspektive aussieht und man sich das Klo mit Fachausdrücken und Fremdwörtern tapezieren kann, deren Bedeutung man nur erahnen kann. Notfalls könnte man sogar ausrechnen wie hoch eine Pflanze wächst, der man jeden Tag aus zwei Metern Höhe auf das Dach kackt. Das ist doch nicht schlecht, könnte man jetzt denken, Bildung hat noch keinem geschadet. Wissen ist Macht! Doch die Welt, durch die man einst gehüpft ist, die voller Zauber und Geheimnisse war und das Leben dessen Höhepunkte Geburtstag und Weihnachten waren, ist dadurch grau geworden. Es wird einem abgewöhnt, Freude am Wissen zu haben, was das Aussterben der Fragen zufolge hat. Man fragt nicht nach, wenn man hinter jeder Erscheinung einen neuen Haufen Formeln oder Gleichungen vermutet. Das ist nicht mit Interesselosigkeit zu bezeichnen, das ist Selbstschutz. Schutz vor einer Welt, die einem einredet ohne ein Wissen, das restlos alle Bereiche des Lebens, von der Zahnbürstenproduktion bis zum Apple-Computer deckt, auf der Verliererseite des Lebens zu stehen. Das produziert Resignation oder Stress. Beides negative Erscheinungen, die dem Leben enorme Qualitäten rauben. Lasst uns zurückkehren in die Wunderwelt von einst. Lasst uns in Wiesen toben, ohne an Zecken zu denken, und von wilden Beeren essen, ohne an Fuchsbandwurm zu denken. Lasst uns die Füße ins Wasser hängen und uns fragen, warum das Wasser durchsichtig ist, die Menschen nicht sechs Zehen an jedem Fuß haben oder ob Steine nicht doch eine Seele haben. Lasst uns fragen, warum wir leben und wie wir das Beste daraus machen können. |