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Tränen in den Augen
Und da stand sie wieder mit Tränen in den Augen. Wieder dieser Blick. Wieder diese kraftlosen Augen. Sie müsse mich verlassen. Sie müsse fort. Und während sie zu mir sprach, mich anflehte, auf mich einschlug, schaute ich das erste Mal durch sie hindurch. Zum ersten Mal konnte sie in meinen Augen lesen, dass ich sie nicht verstand. Zum ersten Mal versuchte ich nicht sie festzuhalten. Zum ersten Mal gab ich erschöpft auf, sie verstehen zu wollen. Ich nahm sie nur noch wahr und sie spürte diesen Verlust und wurde noch lauter. V-E-R-L-A-S-S-E-N. Sie schlug es mir um die Ohren. Sie wollte mich wieder haben. Sie wollte meine Angst sehen und mir dann ganz vorsichtig über den Kopf streicheln und mir sagen, dass sie doch hier bleiben würde. Wenn ich es sagen würde. Jetzt sofort. Ja, ich liebe dich. Ich brauche dich. Mehr als alles andere. Bitte. Bitte, bleib doch. Aber ich sagte nichts. Und sie änderte ihre Taktik. Sie wurde ruhig. Lehnte sich an mich. Wimmerte. Schluchzte. Tropfte. Ich stand ruhig da. Und dann spürte ich ihre Hände an meinem Kragen. Ihre Lippen an meinem Hals. Ihren Atem an meinem Ohr. Sie saugte an meiner Freiheit. Sie wollte mit mir schlafen, drängte mich. Wollte, dass ihr Körper mich umschlang und besiegte. Sie wollte, dass ich in sie eindrang, damit sie in mich eindrang. Ich stand auf. Blickte ihr ins Gesicht. Zum letzten Mal diese Augen. Ich nahm sie wieder wahr: leer und verlassen. |